"Denn obwohl wir von der ganzen Lehre Mose frei und nicht verpflichtet sind, die Sabbate und die anderen Feste, die er dem Alten Volk aufgetragen hat, so zu halten, dass wir Tage, Monate und Zeiten halten müssten (Gal.4,10; Kol.2,16), wie es für das alte Volk richtig war, sind wir nichtsdestotrotz verpflichtet, sie, die zur Mehrung unseres Glaubens an Christus dienen, mit größerem Eifer als jene Altvorderen bei uns einzusetzen und anzunehmen, da uns auch das Reich Christi in größerem Maße geoffenbart wurde; daher ist es auch unsere Pflicht, einen Tag der Woche öffentlich mit Werken der Religion zu heiligen."

Konkret zeigt sich diese Forderung nach größerem Eifer für die Heiligung des Sonntags in folgenden Forderungen:

"Niemand bleibe ungestraft, der an diesem Tage Tätigkeiten verrichtet, die nicht notwendig sind, auch wenn sie, für sich genommen, nützlich sind; und noch viel mehr, wer den heiligen Versammlungen fernbleibt und sich fleischlichen Werken an diesem Tag hingibt, wie etwa unehrenhaften Gewinn machen, die Religion[sausübung] der Brüder stören, indem er Schulden eintreibt oder sie zu profanen Geschäften verleitet; auch sich liederlichen Spielen hingibt, unmäßigen Gelagen und anderen üblen Wolllüstereien. … Daher ist es grundsätzlich die Aufgabe Eurer Ehrenwertesten Majestät, gegen solch eine große Überheblichkeit gegen Gott, nämlich diese schreckliche Entweihung der heiligen Festtage, die Autorität des göttlichen Gesetzes wieder aufzurichten und auch jenen Beispielen frommer Fürsten [gemeint sind die Sonntagsgesetze römischer Kaiser] zu folgen, deren Gesetze zu dieser Sache noch vorliegen, wie ich oben gesagt habe. … Diese erlaubten an diesen Tagen weder Schauspiele noch Zirkusvorführungen noch die beklagenswerten Tiervorführungen, und sie verfügten, dass, wer am Festtag an solchen Spektakeln teilnimmt oder sich in öbszöner Wolllust befleckt, dem sollen die militärischen Ehren und der Besitz entzogen werden."  
Im Unterschied zu den anderen Reformatoren hat sich BUCER intensiv mit der Frage der Sonntagsheiligung befasst. In der Zeit seines Exils vom 1548 bis zu seinem Tod 1551 hat er einen starken Einfluss auf die Reformation in England ausgeübt.

Bucer versteht den Sonntag als den christlichen Sabbat – und legt daher großen Wert auf die Heiligung dieses Tages.