"Die leibliche Feier oder Ruhe ist die, … dass wir unser Handwerk und Arbeit anstehen lassen, auf dass wir uns zur Kirche sammeln, die Messe sehen, Gottes Wort hören und insgemein einträchtig beten … Diese Ruhe ist leiblich und hinfürder von Gott in der Christenheit nicht geboten … Doch ist es nötig (Feiertage zu haben) und von der Christenheit verordnet um der unvollkommenen Laien und Arbeitsleute willen, dass sie auch zum Wort Gottes kommen können … Und dieser Sabbat ist uns in den Sonntag verwandelt …“„Die geistliche Feier, die Gott in diesem Gebot vornehmlich meinet, ist, dass wir nicht allein die Arbeit und das Handwerk anstehen lassen, sondern vielmehr, dass wir allein Gott in uns wirken lassen und wir nichts Eigenes in allen unseren Kräften wirken."   Luther versteht den Sabbat (gemeint ist natürlich der Sonntag) zunächst als eine praktische Einrichtung, damit die Christenheit am Gottesdienst teilnehmen kann. Darüber hinaus betont er bis 1525 die geistliche Bedeutung des Sabbats, die darin besteht, dass der Mensch in seiner Beziehung zu Gott nicht auf seine eigenen Werke vertraut, sondern Gott in sich wirken lässt (Rechtfertigung allein aus Glauben ohne des Gesetzes Werke).  
"Wo nun das Gesetz des Mose und das Naturgesetz eine Sache sind, da bleibt das Gesetz (bestehen) und wird nicht äußerlich aufgehoben …"
"Darum ist Bilderwesen und Sabbat und alles, was Mose mehr und mehr über das natürliche Gesetz hinaus eingesehen hat, freigestellt, ledig und abgetan, weil es das natürliche Gesetz nicht für sich hat, und ist alleine dem jüdischen Volk insonderheit gegeben. (Das ist) nicht anders, als wenn ein Kaiser oder König in seinem Land besondere Gesetze und Ordnungen machte, wie der Sachsenspiegel in Sachsen, während doch gleichwohl die allgemeinen natürlichen Gesetze in allen Ländern in Geltung sind und bleiben …"
"Dass man aber den Sabbat oder Sonntag auch feiert, ist nicht vonnöten, noch (geschieht es) um des Gebotes des Mose willen, sondern weil die Natur auch gibt und lehret, man müsse ja zuweilen einen Tag ruhen, damit Mensch und Vieh sich erquicke: welche natürliche Ursache auch Mose in seinem Sabbatgebot feststellt, womit er den Sabbat, wie auch Christus Matth.12,1ff. und Mark.3,2ff. tut, unter den Menschen setzt. Denn wo er alleine um der Ruhe willen gehalten werden soll, ists klar, dass, wer der Ruhe nicht bedarf, den Sabbat brechen und an einem andern Tag ruhen darf, wie es die Natur ergibt. Auch ist er deswegen zu halten, damit man predige und Gottes Wort höre." 
Um die Jahreswende 1524/25 setzt Luther mit der Schrift „Wider die himmlischen Propheten“ zur Generalabrechnung mit Karlstadt an. Im Zuge dieser Auseinandersetzungen kommt es zu zwei wichtigen Weichenstellungen:

* Er lässt die geistliche Sabbatdeutung fallen, um sich von Karlstadt abzugrenzen, dessen Sabbatverständnis er als Rückfall in die Gesetzlichkeit versteht.
* Luther entwickelt einen speziellen Ansatz für den Umgang mit dem alttestamentlichen Gesetze, wonach es nur so weit verbindlich ist, als es vernünftig ist (vgl. Thomas von Aquin).  
"Wie geht nun ein solches Heiligen vor sich? Nicht so, dass man hinter dem Ofen sitzt und keine grobe Arbeit tut oder einen Kranz aufsetzt und seine besten Kleider anzieht, sondern, wie gesagt, so, dass man Gottes Wort betreibt und sich darin übt."   Großer Katechismus, BSLK-Gem. 616, Nr. 624