In dieser Rubrik sind Texte zitiert, die sich aus der Kirchengeschichte auf den Sabbat beziehen. Wenn Sie in der Tabelle auf ...mehr oder die Quelle klicken, gelangen Sie zu dem vollständigen Zitat und einer Zusammenfassung oder Erklärung.

Text  Quelle 
In der Epoche vom zweiten bis sechsten Jahrhundert vollzieht sich die Veränderung vom Sabbat zum Sonntag. Sie ist Teil der Ablösung der Kirche vom Judentum, die sich nicht mehr als Kirche aus Juden und Heiden, sondern als „Nur-Völkerkirche“ versteht und jüdisches Leben innerhalb der Kirche unmöglich macht.   
Hütet euch vor der Macht der Tage ihrer Herrschaft ...mehr   Hippolyt, Widerlegung aller Häresien IX, 16, 1-3  
„Am Herrentag des Herrn aber versammelt euch, ...mehr  Didache 14,1
('Lehre der zwölf Apostel') 
„Wenn nun die, die in alten Bräuchen wandelten, ...mehr  IgnMag. 9,1.2 
"Frühmorgens, als der Sabbat anbrach, ...mehr  EvPetr. 34.35+50.51 
„Ferner sagt er [Gott] ihnen: Eure Neumonde und Sabbate ertrage ich nicht. ...mehr   Barnababrief 15, 8.9  
„Das neue Gesetz will, dass ihr beständig Sabbat feiert, ...mehr  Justin, Dialog mit dem Juden Tryphon 12,3 
„Und am sogenannten Sonntag findet eine Zusammenkunft aller ...mehr  Justin, Apologie 67,3-7 
„Sie [die Christen] beteuerten aber, darin habe ihre ganze Schuld ...mehr  Plinius der Jüngere, Brief X, 96, 7  
„Den Sabbat und die sonstige jüdische Lebensweise beobachteten sie gleich jenen, ...mehr  Eusebius, Kirchengeschichte, III, 27, 2-5 
„Auch in der Frage des Kniebeugens muss sich das Gebet ...mehr  Tertullian, Über das Gebet, 23, 1-2  
„Er (Marcion) gebietet aus folgendem Grund das Sabbatfasten: ...mehr   Epiphanius, Arzneikasten der Häresien 42, 32, 4  
„Schließlich hätte er gerade dann den Sabbat, ja den Schöpfer selbst beseitigt, ...mehr   Tertullian, Gegen Marcion, IV, 12, 7  
Am Sabbat und am ersten Tag der Woche soll der Bischof ...mehr   Hippolyt von Rom, Apostolische Überlieferung,22 
"An gewissen Orten werden auch an den Sabbaten ...mehr  Epiphanius, Vom Glauben, 24, 7 
"Was die gottesdienstlichen Versammlungen betrifft, ...mehr  Sokrates, Kirchengeschichte, V, 22 
"Den Sabbat freilich und den Herrentag verbringt in Festfreude, ...mehr  Apostolische Konstitutionen, VII, 23, 3; VIII, 33, 1 
"Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die gesamte Gewerbetätigkeit ...mehr  Justinianische Gesetzessammlung III, 12, 2 
"Er [Konstantin] lehrte sodann sein ganzes Heer, den Erlösungstag, ...mehr  Eusebius, Leben Konstantins, IV, 18-20  
"An diesem Tag, welcher der Tag des Lichtes, ...mehr  Eusebius, Psalmen-Kommentar: Zu Psalm 91 (92)  
„Wird jemand bei der Ausübung der genannten Arbeiten angetroffen, ...mehr  Konzil von Orléans, Kanon 31 (28) 
"Kein Freier und kein Höriger, ob Gothe, Römer, Syrer, Grieche oder Jude, darf am Herrentag ...mehr  Konzil von Narbonne, Kanon 4 
"Dass die Christen nicht judaisieren und am Sabbat müßig sein, ...mehr  Konzil von Laodizea, Kanones, 29 
"Das neue Gesetz will, dass ihr beständig Sabbat feiert, ...mehr  Justin, Dialog mit dem Juden Tryphon, 12,3 
"Auch Sabbat halten (sollen wir nach dem Willen des Erlösers): ...mehr  Ptolemäus, Brief an Flora, 12 
"Von daher sind wir vielmehr zur Erkenntnis gelangt, ...mehr  Tertullian, Gegen die Juden, 4,2 
"… unter allen jenen Zehn Geboten nur jenes, das vom Sabbat handelt, ...mehr  Augustinus, Erklärung zu den Psalmen, 91 (92), 2 
"Vom Sabbat heißt es am Anfang bei der Schöpfung: ...mehr  Barnabasbrief 15,3-8 
"Es müssen … notwendigerweise die 6000 Jahre ablaufen, ...mehr  Hippolyt, Danielkommentar, 23, 5 
"Lasst euch nicht täuschen durch die abweichenden Lehren und die alten Fabeln, ...mehr   Ignatiusbrief an die Magnesier 8,1 
"Auch das noch bitte ich euch als einer euresgleichen, ...mehr  Barnabasbrief.4,6 
"… Denn wir würden auch diese fleischliche Beschneidung, die Sabbate ...mehr  Justin, Dialog mit dem Juden Tryphon, 18,2 
"Weil er [Mose] nämlich durch den heiligen Geist wusste und von Gott, dem Allmächtigen, ...mehr  Didaskalie 21 
"Wenn er [der Herrentag] … von den Heiden Sonntag genannt wird, ...mehr  Hieronymus, Predigt zum Ostersonntag  
"Andere haben allerdings eine menschlichere Ansicht: sie glauben, ...mehr  Tertullian, An die Heiden, I, 13, 1 
"Das Gebot der Beschneidung, welches befahl, die Neugeborenen ohne Ausnahme am achten Tag zu beschneiden, ...mehr   Justin, Dialog mit der Juden Tryphon, 41,4 
"Die Ruhe der Pneumatiker ist … in der Herren-Achtheit, ...mehr  Klemens von Alexandrien 

Sabbat und Sonntag vom 2.- 6. Jahrhundert

Ein Kommentar

Bereits im nachapostolischen Zeitalter beginnt der Sabbat seinen Charakter als Feiertag der Christen zu verlieren (vgl. Ignatius, Barnabasbrief, Justin). Zugleich kommt der Brauch des Sonntagsgottesdienstes auf (vgl. Didache, Ignatius, Barnabas, Justin, Plinus). Abgesehen vom Gottesdienst ist der Sonntag allerdings ein Tag wie jeder andere.

Daneben gibt es jedoch bis zum fünften Jahrhundert Anzeichen dafür, dass der Sabbat nicht für alle Christen ein Tag wie jeder andere ist. Das gilt zunächst für das Judenchristentum (vgl. Hippolyt über die Elkesaiten, Eusebius über die Ebioniten). Aber auch im Heidenchristentum gibt es Spuren der Sabbatfeier (vgl. Tertullian über das Niederknien zum Gebet am Sabbat, Stellung Marcions und Tertullians zum Sabbatfasten, Berichte über Sabbatgottesdienste bei Hippolyt, Epiphanius, Sokrates und den Apostolischen Konstitutionen).

Infolge der konstantinischen Wende wird der Sonntag zum Ruhetag (vgl. Justianische Gesetzessammlung) und die Christen haben die Möglichkeit, ungehindert am Gottesdienst teilzunehmen (vgl. Eusebius). Jetzt wird der Inhalt des Sabbats – die Ruhe – auf den Sonntag übertragen (vgl. Eusebius) und die Kirche nimmt zu Fragen der Sonntagsheiligung Stellung (vgl. Konzil von Orléans, Konzil von Narbonne). Daraufhin verliert der Sabbat endgültig an Bedeutung (vgl. Konzil von Laodizea).

Im Zusammenhang mit der Ablehnung des Sabbats und der Begründung der Sonntagsfeier werden folgende Argumente genannt:
* Ein Tag der Arbeitsruhe ist unwichtig – es kommt vielmehr darauf an, allezeit von bösen Werken zu „ruhen“ (vgl. Justin, Ptonemäus, Tertullian, Augustinus).
* Nicht der wöchentliche Sabbat ist wichtig, sondern das ewige Leben als der ewige Sabbat bzw. das Sabbatjahrtausend (vgl. Barnabasbrief, Hippolyt).
* Der Sabbat wird als jüdisch abgelehnt (vgl. Marcion, Ignatius, Barnabasbrief, Justin, Didascalia).
* Der Sonntag wird mit der Auferstehung Jesu begründet (vgl. Barnabasbrief, Justin).
* Der Sonntag ist der Tag der Sonne bzw. des Lichts (vgl. Justin, Hieronymus, Tertullian).Der Sonntag ist der „achte Tag“. Hier stehen Überlegungen zu Taufe und Auferstehung, chiliastische Vorstellungen und gnostische Spekulationen über die Erhabenheit der Acht als Symbol der Vollkommenheit im Hintergrund (vgl. Justin, Barnabas, Klemens von Alexandrien)