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31 Als aber den Amtleuten des Königs und seinem Kriegsvolk in der Stadt Davids in Jerusalem gemeldet wurde, daß einige sich dem Befehl des Königs widersetzt hatten und hinabgezogen waren, um sich heimlich in der Wüste zu verstecken, und daß viel Volk ihnen nachgezogen war,
32 da zogen sie eilends hinter ihnen her und schickten sich an, sie am Sabbat zu überfallen,
33 und ließen ihnen sagen: Wollt ihr noch nicht gehorsam sein? Kommt heraus und tut, was der König befohlen hat, so werdet ihr am Leben bleiben.
34 Darauf antworteten sie: Wir wollen nicht herauskommen, auch den Sabbat nicht entheiligen, wie der König befiehlt.
35 Da stürmten die Feinde gegen sie an;
36 aber sie wehrten sich nicht, verschanzten auch die Höhlen nicht
37 und sagten: Wir alle wollen lieber schuldlos sterben; Himmel und Erde werden Zeuge sein, daß ihr uns mit Gewalt und Unrecht umbringt.
38 So wurden sie am Sabbat überfallen und sie und ihre Frauen und Kinder samt dem Vieh umgebracht, an die tausend Personen.
39 Als Mattatias und seine Freunde das hörten, hielten sie die Totenklage über sie
40 und sagten zueinander: Wenn wir alle wie unsre Brüder tun und uns nicht gegen die Heiden wehren, um unser Leben und das Gesetz zu retten, so haben sie uns bald von der Erde vertilgt.
41 Und am selben Tag beschlossen sie: Wenn man uns am Sabbat angreift, so wollen wir uns wehren, damit wir nicht alle umkommen, wie unsere Brüder in den Höhlen ermordet worden sind. 
Im 1. Makkabäerbuch wird eine vergleichsweise gemäßigte Form der Sabbatheiligung vertreten. Im Anschluss an den Bericht über ein am Sabbat an frommen Juden verübtes Massaker schildert es den Entschluss des Priesters Mattatias, dem Vater von Judas Makkabäus, und seiner Freunde, sich künftig auch am Sabbat zu verteidigen (1.Makk.2,40.41). Hier wird also der Schutz des Lebens dem Sabbatgebot übergeordnet.