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Bibeltext  Anmerkungen 
9 Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.
10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Ist's erlaubt, am Sabbat zu heilen?, damit sie ihn verklagen könnten.
11 Aber er sprach zu ihnen: Wer ist unter euch, der sein einziges Schaf, wenn es ihm am Sabbat in eine Grube fällt, nicht ergreift und ihm heraushilft?
12 Wieviel mehr ist nun ein Mensch als ein Schaf! Darum darf man am Sabbat Gutes tun.
13 Da sprach er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und sie wurde ihm wieder gesund wie die andere.
14 Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat über ihn, wie sie ihn umbrächten 
Der Abschnitt hat große Ähnlichkeiten mit Mk.3,1-6 (s. dort). Allerdings bringt ein Vergleich auch Unterschiede zutage. Dazu gehört vor allem, dass die Gottesdienstbesucher hier ihre Gedanken in eine konkrete Frage kleiden, die sie an Jesus richten (Mt.12,10). Demgegenüber fehlt die parallel formulierte Doppelfrage, die Jesus an die Zuschauer stellt.

Jesus gibt eine Antwort, mit der er sein Verhalten rechtfertigt. Darin weist er zunächst darauf hin, dass doch jeder der Anwesenden ein am Sabbat in eine Grube gefallenes Tier aus dieser Lage befreien würde.

Diese Frage wurde damals kontrovers diskutiert. Die Damaskusschrift lehnte ein solches Verhalten kategorisch ab. Andere entwickelten eine „subtile Mittellösung“: Man darf dem Tier helfen, z.B. durch Decken und Poster oder indem man es füttert, aber aus der Grube herauskommen muss es von selbst. Aber für Jesus – und für jeden normalen Menschen – ist die Sache klar. In V.12 zieht Jesus die logische Schlussfolgerung. Wenn man Tieren am Sabbat Gutes tun darf, wie viel mehr dann einem Menschen.