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Bibeltext  Anmerkung 
1 Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.
2 Und sie lauerten darauf, ob er auch am Sabbat ihn heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.
3 Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Tritt hervor!
4 Und er sprach zu ihnen: Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder töten? Sie aber schwiegen still.
5 Und er sah sie ringsum an mit Zorn und war betrübt über ihr verstocktes Herz und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde gesund.
6 Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.  
Das rabbinische Judentum zählt auch Heiltätigkeiten wie das Einrichten eines Bruches, das Einreiben mit schwerzlindernden Mitteln oder die Einnahme von Medizin zu den am Sabbat verbotenen Arbeiten. Da nach Auffassung der Rabbinen nur Lebensgefahr den Sabbat verdrängen kann, betrachten die Phariäer die Heilung einer verdorrten Hand als eine unerlaubte Übertretung des Sabbatgebots.

Jesus konfrontiert seine Kritiker mit einer Doppelfrage: „Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Böses zu tun, das Leben zu retten oder zu töten?“ Damit stellt er seine Gegner vor grundsätzliche Alternativen und zeigt zugleich, dass er den Sabbat als den Tag versteht, an dem man anderen Menschen Gutes tun soll.