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Bibeltext  Anmerkungen 
19 So spricht der HERR zu mir: Geh und stell dich in das Tor der Söhne des Volkes, durch das die Könige von Juda einziehen und durch das sie ausziehen, und in alle Tore Jerusalems
20 und sage zu ihnen: Hört das Wort des HERRN, ihr Könige von Juda und ganz Juda und alle Bewohner von Jerusalem, die ihr durch diese Tore einzieht!
21 So spricht der HERR: Hütet euch bei eurem Leben, daß ihr am Tag des Sabbats keine Last tragt und durch die Tore Jerusalems hereinbringt!
22 Und ihr sollt am Tag des Sabbats keine Last aus euren Häusern herausbringen und sollt keinerlei Arbeit tun! Sondern heiligt den Tag des Sabbats, wie ich euren Vätern geboten habe!
23 Aber sie haben nicht gehört und ihr Ohr nicht geneigt, <sondern> sie haben ihren Nacken verhärtet, um nicht zu hören und keine Zucht anzunehmen.
24 Und es wird geschehen, wenn ihr wirklich auf mich hört, spricht der HERR, so daß ihr am Tag des Sabbats keine Last durch die Tore dieser Stadt hereinbringt und ihr den Tag des Sabbats heiligt, indem ihr keinerlei Arbeit an ihm tut,
25 dann werden durch die Tore dieser Stadt Könige und Oberste einziehen, die auf dem Thron Davids sitzen, mit Wagen und Pferden fahren, sie und ihre Obersten, die Männer von Juda und die Bewohner von Jerusalem; und diese Stadt wird ewig bewohnt werden.
26 Dann werden <Leute> kommen aus den Städten Judas und aus der Umgebung von Jerusalem, aus dem Land Benjamin, aus der Niederung, vom Gebirge und aus dem Süden, die Brandopfer, Schlachtopfer, Speisopfer und Weihrauch bringen und die Lob<opfer> bringen in das Haus des HERRN.
27 Wenn ihr aber nicht auf mich hört, den Tag des Sabbats heilig zu halten und keine Last zu tragen und nicht durch die Tore Jerusalems einzugehen am Tag des Sabbats, dann werde ich Feuer in seinen Toren anzünden, und es wird die Paläste Jerusalems verzehren und nicht verlöschen. 
Jeremia hält seine Sabbatpredigt in den Toren Jerusalems. Im Auftrag Gottes warnt er davor, am Sabbat Lasten zu tragen und durch die Tore nach Jerusalem hereinzubringen (Jer.17,21). Auch aus den Stadthäusern sollen keine Lasten herausgebracht werden (Jer.17.22a). Offensichtlich geht es um einen Markt, anlässlich dessen Güter vom Land in die Stadt gebracht (vgl. Neh.13,15-22) und zusammen mit Handelsgütern aus den Stadthäusern zum Verkauf angeboten werden. Dabei bezieht sich der Prophet auf das bereits den Vätern offenbarte Sabbatgebot, dass die Heiligung des Sabbats anordnet (Jer.17,22; vgl. 5. Mose 5,12), und aktualisiert das ursprünglich auf die landwirtschaftliche Produktion bezogene Gebot im Hinblick auf den Marktbetrieb.Die Warnung „Hütet euch bei eurem Leben“ (Jer.17,21a) ist keine Androhung der Todesstrafe wie in 2. Mose 31,14; 35,2; 4. Mose 15,32-36, sondern will deutlich machen, dass das Wohl und Wehe des Volkes von der Beachtung des Gebotes abhängt (vgl. Jos.23,11). In diesem Sinne kündigt Jer.17,24-26 den Segen an, während Jer.17,27 den drohenden Fluch schildert. Dabei erscheint die Sabbatheiligung als Summe und Zentrum der Tora (vgl. Jes.56,2.4.6; 58,13; Neh.9,6-37).