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Bibeltext  Anmerkungen 
3 Und der Sohn der Fremde, der sich dem HERRN angeschlossen hat, soll nicht sagen: Der HERR wird mich sicher von seinem Volk ausschließen. Und der Verschnittene sage nicht: Siehe, ich bin ein dürrer Baum!
4 Denn so spricht der HERR: Den Verschnittenen, die meine Sabbate bewahren und das erwählen, woran ich Gefallen habe, und festhalten an meinem Bund,
5 denen gebe ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen, besser als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen werde ich ihnen geben, der nicht ausgelöscht werden soll.
6 Und die Söhne der Fremde, die sich dem HERRN angeschlossen haben, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben, ihm zu Knechten zu sein, jeden, der den Sabbat bewahrt, ihn nicht zu entweihen, und <alle,> die an meinem Bund festhalten:
7 die werde ich zu meinem heiligen Berg bringen und sie erfreuen in meinem Bethaus. Ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen <mir> ein Wohlgefallen sein auf meinem Altar. Denn mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker.
8 So spricht der Herr, HERR, der die Vertriebenen Israels sammelt: Zu ihm, zu seinen Gesammelten, werde ich noch mehr hinzusammeln. 
In Jes.56,3-8 wendet sich der Prophet der Frage zu, wer zum Volk Gottes gehört und am Tempelkult teilnehmen darf. Dtn.23,2-9 bestimmte, dass weder Eunuchen noch Ausländer und ihre Nachkommen in die Versammlung des Herrn aufgenommen werden dürfen. Nun wird durch ein Gotteswort klargestellt, dass sie nicht ausgeschlossen sind. Auch die Eunuchen und die Ausländer, die sich Jahwe „angeschlossen“ haben (vgl. Neh.10,29), gehören dazu. So erklärt Jes.56,4-7, dass die Beachtung des Sabbatgebotes und das Festhalten am Bund, d.h. an den Gesetzen des Bundes (Dtn.4,13; Ps.103,18), die entscheidenden Kriterien für die Zugehörigkeit zum Volk Gottes und die Kultfähigkeit sind. Auf diese Weise wird der Tempel zum „Bethaus … für alle Völker“ (Jes.56,7b). Damit offenbart sich die universale Perspektive der Verkündigung Tritojesajas. Jahwe sorgt sich nicht nur um die Rückführung der Vertriebenen, sondern will über völkische Grenzen hinweg „noch mehr hinzusammeln“ (Jes.56,8).