Sie sind hier: Bibel Altes Testament

Bibeltext  Anmerkungen 
13 Bringt nicht länger nichtige Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Greuel. Neumond und Sabbat, das Einberufen von Versammlungen Sünde und Festversammlung ertrage ich nicht.  Im Abschnitt Jes.1,10-17 gibt der Prophet eine „Unterweisung“ (vgl. Jes.28,23ff.) über falschen und wahren Gottesdienst. Sie stammt vermutlich aus der Frühzeit seines Wirkens. Im Auftrag Gottes erklärt er dem Volk, dass Gott am Opferdienst keinen Gefallen hat (Jes.1,11) und ihre Versammlungen im Tempel nur dazu führen, dass der Vorhof zertreten wird (Jes.1,12).
In Vers 13 werden zunächst die Opfer angesprochen. Anschließend folgt die Stellungnahme zu den Festen. Dabei wird auch der Sabbat erwähnt. Die religiösen Feiertage sind nicht an sich problematisch. Sie werden es jedoch durch die Gesinnung und das Treiben der Menschen, die sich zum Fest versammeln. Dies wird im letzten Teil von Vers 13 deutlich: „Sünde und Festversammlung ertrage ich nicht.“ „Sünde“ meint hier nicht kultische Vergeben, sondern „Unheil“, „Unrecht“, „Böses“ und steht bei Jesaja vor allem im Zusammenhang mit sozialen Missständen (Jes.10,1; 29,20f.;32,6; vgl. 1,16f.). Sünde und Festversammlung passen nicht zusammen.Der Text wendet sich also nicht gegen den Sabbat an sich. Wenn jedoch das Recht der Schwachen mit Füßen getreten wird, macht die Feier des Sabbats keinen Sinn. Mehr noch: Sie wird für Gott unerträglich. Dies ist der Fall, wenn die Teilnehmer an Riten und Feiern der Auffassung sind, dass sie durch ihre Teilnahme am Kult – oder durch gesteigerte kultische Aktivität (vgl. Jes.1,11.15) – mit Gott ins Reine kommen können und ihnen der Blick auf das, was wirklich wichtig ist – Recht und Gerechtigkeit gegenüber den Mitmenschen – verstellt ist. Daher endet die Rede mit einem Aufruf zur Gerechtigkeit (Jes.1,16.17).