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Bibeltext  Anmerkungen 
5 und sagt: Wann ist der Neumond vorüber, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, daß wir Korn anbieten; um das Efa zu verkleinern und den Schekel zu vergrößern und die Waage <zum> Betrug zu fälschen,...  In Am.8,4-14 kündigt der Prophet zum wiederholten Male Gottes Gericht über die Reichen an. Die ersten Verse (Am.8,4-6) führen noch einmal ihre abgrundtiefe Bosheit vor Augen. Dazu gibt der Prophet ihre eigenen Worte wieder (vgl. Am 2,12; 4,1; 6,13; 8,14; 9,10), in denen sich ihre Gleichgültigkeit gegenüber religiösen Feiertagen offenbart. Sie betrachten Neumond und Sabbat vor allem als Zeiten des Gewinnausfalls. Die Feiertage hindern sie daran, ihren „krummen Geschäften“ nachzugehen. Dazu gehört die Verwendung gefälschter Maßbecher für das Getreide, falscher Gewichte für das Abwiegen des Geldes (Jer.32,10) und manipulierter Waagen. Alle drei Praktiken waren im damaligen Wirtschaftsleben weit verbreitet (Hos.12,8; Mi.6,10.11). Darüber hinaus versuchen sie, ihren Käufern minderwertige Ware unterzuschieben. Schließlich behandeln sie diejenigen, die bei ihnen in Schuldsklaverei geraten waren, als Handelsware, die unter Umständen sogar zu Billigpreisen („um ein Paar Schuhe“) verkauft werden konnte (vgl. 2. Mose 21,16; Dtn.24,7).Amos kritisiert also nicht den Sabbat selbst, sondern die Einstellung, in der dieser Tag begangen wird. Für die Reichen ist er nicht mehr als eine lästige Pflicht, die sie von ihren skrupellosen Gewinnstreben abhält. Damit wird indirekt deutlich, dass der Sabbat als Ruhetag ein Bollwerk gegen die grenzenlose Ausbeutung des Menschen ist und soziale Bedeutung hat (vgl. 2. Mose 23,12).