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Bibeltext  Anmerkungen 
13 Und ich mache ein Ende mit all ihrer Freude, ihren Festen, ihren Neumonden und ihren Sabbaten und allen ihren Festzeiten.  Hos.2,13 ist Teil einer Strafankündigung. Das Volk hat nicht erkannt, dass es Jahwe war, der es mit Korn, Wein und Öl gesegnet hat. Stattdessen hat es seine Opfergaben Baal dargebracht (Hos.2,10). Deshalb wird Gott die Ernteerträge zurücknehmen (Hos.2,11). Dazu gehört auch der Flachs, der zur Herstellung der Kleidung benötigt wurde, so dass das Volk nackt dasteht (Hos.2,11b.12).
Der Ernteausfall hat aber auch Auswirkungen auf das gottesdienstliche Leben. Es fehlt an Opfergaben, so dass die kultischen Feiern nicht mehr durchgeführt werden können. Jahwe macht ihnen ein Ende. Neben den jährlichen Festen und dem monatlichen Neumondfest (vgl. 4. Mose 28,11-15) wird auch der Sabbat genannt. Daraus ergibt sich ein Wortspiel, dass so wiedergegeben werden kann: „Jahwe wird mit allen diesen Feiertagen Feierabend machen …“Warum will Gott ihrem Sabbat ein Ende machen? Bevor Feste, Neumonde und Sabbate genannt werden, taucht als Oberbegriff der Ausdruck „Freude“ auf. Er beschreibt den Charakter dieser Feiertage und steht für ausgelassene Sinnenfreude (Jes.24,8.11; 32,13; 62,5; Klg.5,15). Daher handelte es sich bei den Festen, Neumonden und Sabbaten vermutlich um „Kirmesfeiern“ oder regelrechte „Kultorgien“, die den Festen der Baalsreligion (Fruchtbarkeitskult) zum Verwechseln ähnlich waren – weshalb sie auch als „Festtage der Baalim“ bezeichnet werden (Hos.2,15).