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Bibeltext  Anmerkungen 
8 Denke an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten. 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun, 10 aber der siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, deinen Gott. Du sollst [an ihm] keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und dein Vieh und der Fremde bei dir, der innerhalb deiner Tore [wohnt]. 11 Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.  Während in 5. Mose 5,12-15 das Sabbatgebot der Zehn Gebote mit der Aufforderung einsetzt, dass Sabbatgebot zu beachten, d.h. ihm die angemessene Aufmerksamkeit zu widmen (5. Mose 5,12), beginnt dieses Gebot hier mit der Aufforderung, des Sabbats zu gedenken. Gemeint ist eine vergegenwärtigende Erinnerung (5. Mose 5,15a; vgl. Dtn.7,16; 8,2; 9,7; 25,17; 32,7), wie sie vor allem im Zusammenhang mit religiösen Festen gefordert wird (5. Mose 16,3.12; 2. Mose 13,3; Est.9,28). Insofern kann davon ausgegangen werden, dass das Gedenken auch gottesdienstlichen Charakter haben soll.
Der Inhalt des Gebots gleicht weitgehend dem von 5. Mose 5,13.14. Allerdings hat die abschließende Zielbestimmung des Sabbats – „damit dein Sklave und deine Sklavin ruhen wir du“ – keine Entsprechung in 2. Mose 20,10. Völlig unterschiedlich ist das Ende des Gebotes gestaltet worden. Während in 5. Mose 5 nach den Ausführungen zur Arbeitsruhe zum Gedenken an den Exodus aufgerufen wird, liefert 2. Mose 20,11 eine Begründung des Sabbatsgebots unter Hinweis auf den Sabbat Gottes (Gen.2,2.3). Der Sabbat wird also nicht mehr auf ein Geschichtsereignis bezogen. Stattdessen wird auf die Schöpfungsgeschichte am Anfang zurückgegriffen, wodurch der Sabbat eine unzerstörbare Grundlage erhält.