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Bibeltext  Anmerkungen 
13 In diesem Jahr des Jobels sollt ihr jeder wieder zu seinem Eigentum kommen. 14 Und wenn ihr etwas verkauft - [sei es] ein Verkauf an deinen Nächsten oder ein Kaufen aus der Hand deines Nächsten -, dann sollt ihr euch gegenseitig nicht übervorteilen. 15 Nach der Zahl der Jahre seit dem Jobel[jahr] sollst du von deinem Nächsten kaufen, nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen. 16 Nach dem Verhältnis der grösseren Zahl von Jahren sollst du ihm den Kaufpreis vergrössern, und nach dem Verhältnis der geringeren Zahl von Jahren sollst du ihm den Kaufpreis verringern; denn eine Zahl von Ernten verkauft er dir. 17 Und so soll keiner von euch seinen Nächsten übervorteilen. Und du sollst dich fürchten vor deinem Gott; denn ich bin der HERR, euer Gott. 25 So führt meine Ordnungen aus und haltet meine Rechtsbestimmungen und tut sie, dann werdet ihr in eurem Land sicher wohnen! 19 Und das Land wird seine Frucht geben, und ihr werdet essen bis zur Sättigung und sicher in ihm wohnen. 20 Und wenn ihr sagt: Was sollen wir im siebten Jahr essen? - siehe, wir säen nicht, und unsern Ertrag sammeln wir nicht ein -: 21 Ich werde im sechsten Jahr meinen Segen für euch aufbieten, dass es den Ertrag für drei Jahre bringt. 22 Und wenn ihr im achten Jahr sät, werdet ihr [noch] vom Ertrag [des sechsten Jahres] essen. Bis ins neunte Jahr, bis sein Ertrag einkommt, werdet ihr altes [Getreide] essen. 23 Und das Land soll nicht endgültig verkauft werden, denn mir gehört das Land; denn Fremde und Beisassen seid ihr bei mir. 24 Und im ganzen Land eures Eigentums sollt ihr für das Land Loskauf gestatten. 25 Wenn dein Bruder verarmt und [etwas] von seinem Eigentum verkauft, dann soll als sein Löser sein nächster Verwandter kommen und das Verkaufte seines Bruders einlösen. 26 Wenn aber jemand keinen Löser hat, und seine Hand bringt auf und findet, was zu seinem Loskauf ausreicht, 27 dann soll er die Jahre seines Verkaufs berechnen und das, was darüber hinausgeht, dem Mann zurückzahlen, an den er verkauft hat, und so wieder zu seinem Eigentum kommen. 28 Und wenn seine Hand das Ausreichende nicht gefunden hat, um ihm zurückzuzahlen, dann soll das von ihm Verkaufte in der Hand dessen, der es kauft, bleiben bis zum Jobeljahr; und im Jobel[jahr] soll es frei ausgehen, und er soll wieder zu seinem Eigentum kommen.
29 Und wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft, soll sein Lösungsrecht bestehen bis zum Ende des Jahres seines Verkaufs; eine bestimmte Zeit soll sein Lösungsrecht bestehen. 30 Wenn es aber nicht gelöst wird, bis ihm ein ganzes Jahr voll ist, dann soll das Haus, das in der ummauerten Stadt ist, endgültig dem, der es kaufte, verbleiben für seine Generationen; es soll im Jobel[jahr] nicht frei ausgehen. 31 Aber die Häuser der Dörfer, die keine Mauer ringsum haben, sollen zum Feld des Landes gerechnet werden. Es soll Lösungsrecht für ein solches [Haus] bestehen, und im Jobel[jahr] wird es frei ausgehen. 32 Und was die Städte der Leviten, die Häuser der Städte ihres Eigentums betrifft, so soll es ein ewiges Lösungsrecht für die Leviten geben, 33 und zwar so: [Einer] von den Leviten mag es einlösen, oder das vom Haus und der Stadt seines Besitzers Verkaufte mag im Jobel[jahr] frei ausgehen. Denn die Häuser der Levitenstädte sind ihr Eigentum unter den Söhnen Israel. 34 Aber das Feld des Weideplatzes ihrer Städte darf nicht verkauft werden, denn es gehört ihnen als ewiges Eigentum.  
Die Regelung des Jobeljahres (3. Mose 25,8-12) hat weitreichende Konsequenzen auf das Verkaufsrecht. Beim Landverkauf wird lediglich die Anzahl der Ernten bis zum nächsten Jobeljahr veräußert. Daran hat sich auch der Kaufpreis zu orientieren (Lev.25,14-17). Er richtet sich also nach dem Gebrauchswert und nicht dem marktwirtschaftlichen Tauschwert.
Außerdem kann das Land jederzeit zurückgekauft werden (3. Mose 25,24-28). Die Familie dessen, der zum Verkauf gezwungen war, ist verpflichtet, als „Löser“ aufzutreten. Für den Fall, dass er keinen Löser hat, kann er auch aus eigener Kraft versuchen, sein Land zurückzukaufen. Sollte auch das nicht gelingen, kam er spätestens im Jobeljahr wieder zu seinem Eigentum.
Eine Sonderregelung gilt für Stadthäuser (3. Mose 25,29-30). Das Recht auf Auslösung wird auf ein Jahr begrenzt. Anschließend geht es vollends in das Eigentum des Käufers über und wird auch im Jobeljahr nicht zurückgegeben. Weitere Sonderregelungen gibt es für die Leviten (3. Mose 25,32-34). In ihrem Fall gelten die Regelungen des Jobeljahrs auch für Immobilienbesitz. Ihr Landbesitz war unverkäuflich.Die Sonderregelungen zeigen, dass die Gesetze bezüglich des Jobeljahres nicht als utopischer Entwurf, sondern für den praktischen Vollzug gedacht waren.