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Bibeltext  Anmerkungen 
1 Und der HERR redete auf dem Berg Sinai zu Mose: 2 Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, dann soll das Land dem HERRN einen Sabbat feiern. 3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre deinen Weinberg beschneiden und den Ertrag des Landes einsammeln. 4 Aber im siebten Jahr soll ein ganz feierlicher Sabbat für das Land sein; ein Sabbat dem HERRN. Dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden, 5 den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht einernten, und die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks sollst du nicht abschneiden. Ein Jahr der Sabbatfeier soll es für das Land sein. 6 Und der Sabbat<ertrag> des Landes soll euch zur Speise dienen, dir und deinem Knecht und deiner Magd und deinem Tagelöhner und deinem Beisassen, die sich bei dir aufhalten. 7 Auch deinem Vieh und den wilden Tieren, die in deinem Land sind, soll all sein Ertrag zur Speise dienen.  5. Mose 15,1-18 bestimmte das siebte Jahr zum Jahr des Schuldenerlasses und der Freilassung der Sklaven. Im Heiligkeitsgesetz erscheint das siebte Jahr jedoch als ein Brachjahr. Damit knüpft es an das Bundesbuch an (2. Mose 23,10f.). Allerdings war dort der Brache eine soziale Bedeutung beigelegt worden: Das Land sollte brach bleiben, damit sich die Armen des Volkes von dem ernähren können, was von selbst wächst. Diese Begründung fehlt im Heiligkeitsgesetz. Im Brachjahr findet keine Ernte statt. Was von selbst wächst, steht allen zur Verfügung (3. Mose 25,6.7) – nicht nur den Armen.
Im Heiligkeitsgesetz hat das Sabbatjahr daher ausschließlich religiöse und ökologische Bedeutung. Das Land soll „dem Herrn einen Sabbat feiern“ (3. Mose 25,2). Es soll ein „ganz feierlicher Sabbat für das Land sein; ein Sabbat dem Herrn“ (3. Mose 25,4). Der menschlichen Nutzung des Landes ist von Gott her – und nicht allein aufgrund rationaler Überlegungen – eine Grenze gesetzt.