Sie sind hier: Bibel Altes Testament

Bibeltext  Anmerkungen 
Sechs Tage sollst du deine Arbeiten verrichten. Aber am siebten Tag sollst du ruhen, damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Magd und der Fremde Atem schöpfen.  Im Bundesbuch wird eine Begründung für die Sabbatruhe genannt (2. Mose 23,12b): „… damit dein Rind und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Magd und der Fremde Atem schöpfen.“ Rind und Esel sind die Arbeitstiere des Israeliten (5. Mose 22,10). Der „Sohn deiner Magd“ (vgl. Ri.9,18; Ps.86,16; 116,16) ist der im Haus des Herrn geborene Sklave. Er ist Eigentum des Herrn und hat weder Anspruch noch Aussicht auf Freilassung (2. Mose.21,4). Der Fremdling ist nicht der Ausländer, sondern jemand der dauerhaft außerhalb seiner eigenen Sippe lebt und sich dem Schutz eines Einzelnen oder einer Gemeinschaft anvertraut (z.B. Ri.17,7). Da er keinen Grundbesitz hat (Hes.47,22), befindet er sich – obwohl er kein Sklave ist – in einem Abhängigkeitsverhältnis. Daher muss er in besonderer Weise vor Ausbeutung geschützt werden (2. Mose 22,20). Dazu dient auch der Sabbat.
Die Sabbatruhe gilt für alle Geschöpfe, die zur Lebenswelt des freien Israeliten gehören – vom Tier über den Sklaven bis zum Fremden. Während das Privilegrecht den Sabbat als einen Tag verstand, der Gott gehört (2. Mose 34,21), wird nun die positive Auswirkung dieser Einrichtung für die Tiere und die Unterprivilegierten aufgegriffen und zur eigentlichen Motivation. Das Gewicht des Sabbats wird auf die soziale und humanitäre Seite verlagert.